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Historie des Projekts 50

Von Dieter Liebenau
Erschienen in KSS Broschüre 11

Das Heft 10 der KSS-Reihe war unter der Überschrift „Küstenschutzschiffe der Sowjetunion 1945 –1990“ u.a. auch kurz auf die Entwicklung der KSS Pr. 50 eingegangen. Im Internet findet man unter„www.atrina.ru“ umfangreiche Informationen zum Bau sowjetischer und russischer Kriegsschiffen fürden Zeitraum von 1945 bis zum Jahre 2005. Diese Seite wendet sich – natürlich auf Russisch – an Marineinteressierte und an Modellbauer.

Unter der Rubrik „Überwasserkriegsschiffe“ existiert ein spezieller Abschnitt, der den Wachschiffen(CKP/SKR) gewidmet ist. Dieser Schiffstyp, der eine lange Tradition in der sowjetischen Flotte hatte,wurde in den Seestreitkräften der DDR als Küstenschutzschiff (KSS) bezeichnet. Nicht alles, was hiergeschrieben wird, ist neu. Aber ich denke, als Zusammenfassung von Bekanntem und wenigerBekanntem ist diese Information, obwohl sie keine wörtliche Übersetzung ist, vielleicht doch lesenswert.

Unmittelbar nach dem Sieg über Deutschland und Japan im Großen Vaterländischen Krieg begann inder Sowjetunion die Entwicklung und der Bau neuer Schiffstypen für die sowjetische Seekriegsflotte.Unter der Projektbezeichnung 42 wurde das erste Nachkriegswachschiff, die „Falke“, nach einerlangen Erprobungsphase 1952 in Dienst gestellt. Obwohl die Erprobung und die Erfahrungen imGefechtsdienst der Flotte mit diesem Schiff sehr positiv bewertet wurden, baute man eine fürsowjetische Verhältnisse nur relativ kleine Serie von acht Schiffen dieses Typs. Das letzte Schiff, die„Tiger“, wurde 1955 an die Flotte übergeben. Schiffe des Projekts 42 hatten eine Wasserverdrängungvon max. 1.600 t, waren mit 4 x 100 mm Geschützen B-34 USMA und 4 x 37 mm W-11-M bewaffnet.Des Weiteren verfügte dieser Schiffstyp über einen Drillingstorpedosatz und Wasserbombenwerfer.Die elektronische Ausrüstung entsprach dem Niveau des 2. Weltkrieges. Die Leistung der Maschinenbetrug 28.000 PS. Damit erreichte das Schiff eine Geschwindigkeit von 29 kn. Die Reichweite wird mit3.300 sm angegeben. Die Besatzungsstärke betrug 211 Mann, 14 davon waren Offiziere.

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Bereits während des Baues und der Erprobung des Projekts 42 erging ein persönlicher Befehl J. W. Stalins zur Projektierung und zum Bau eines neuen Wachschiffstyps. Auf der Grundlage dieses Befehls beauftragte der Ministerrat der UdSSR das Schiffsbau- und das Seekriegsministerium mit der Erfüllung dieser Aufgabe. Die Wasserverdrängung dieses neuen Typs sollte maximal 1.200 t betragen. Das Projekt erhielt die Bezeichnung 50. Die NATO nannte es später Fregatte Typ Riga.

Für Projektierung und Bau das Typschiffs wurden folgende Termine vorgegeben:

  • Vorlage einer Projektskizze im Oktober 1950
  • Fertigstellung des technischen Projektes im Februar 1951
  • Beginn mit dem Bau des Prototyps im 2. Quartal 1951 und Bereitschaft zur staatlichen Erprobung im 3. Quartal 1952

Mit den grundlegenden Arbeiten wurde das Leningrader Projektierungsbüro ZKB-820 beauftragt.Erster Chefkonstrukteur des Projektes 50 war D. D. Shukowski, dann übernahmen W. I. Neganow und in der Endphase B. I. Kupenski diese Aufgabe. Um die Forderungen nach Größe, Wasserverdrängung und optimaler Bewaffnung zu erfüllen, begannen bereits im Juli/August 1950 erste Untersuchungen durch das Konstruktionsbüro. Im Ergebnis der Abwägung verschiedener Varianten einigten sich die Konstrukteure auf einen Schiffskörper, gebaut als geschweißter Glattdecker mit einem Schornstein, einem Mast und zwei Aufbauten (Brücke und Flakstand). Bei gleicher Länge von 96,10 m war das Projekt 50 mit 10,2 m um 0,8 m schlanker als das Projekt 42. Deutlicher war schon der Unterschied beim Tiefgang mit 3,96 m zu 2,8 m.

Der Bug des Projektes 50 wurde im Vergleich zum Vorgängertyp wesentlich steiler gestaltet, war prägend für die Silhouette des Schiffes und wirkte sich in Verbindung mit weiteren konstruktivenMaßnahmen positiv auf die Seetüchtigkeit aus. Als Splitterschutz erhielten der Brückenaufbau und die Geschütze des Hauptkalibers eine Stahlpanzerung von 7-8 mm. Für alle Gefechtsstationen war, soweit die praktische Möglichkeit bestand, ein gedeckter Zugang vorgesehen. Das war zu dieser Zeit für Schiffe dieser Größe nicht obligatorisch.

Während bei der Projektierung des Projektes 42 noch verschiedene Antriebsvarianten untersucht wurden und man sich erst nach Abwägung aller Vor- und Nachteile und volkswirtschaftlichen Möglichkeiten für die Dampfturbine entschied, konzentrierten sich die Konstrukteure des Projektes 50 von vornherein auf Kessel und Turbine. Platzgründe machten eine Parallelaufstellung zweier Kessel zwingend erforderlich. Um die vorgegebenen Kriterien bezüglich Größe des Schiffes und Maschinenleistung zu erfüllen, entschloss man sich zur Entwicklung eines neuen Kessels mit der Bezeichnung KWG-57/28. Die Vorteile dieses Kessels waren die geringen Abmessungen und eine dreifach höhere Heizleistung im Vergleich zu älteren Modellen. Die Temperatur des Dampfes betrug 370° C, der Dampfdruck 28kg/cm². Dieser Kesseltyp, der speziell für das Projekt 50 entwickelt wurde, wurde der Prototyp aller weiteren Kesselbauten für sowjetische Kriegsschiffe vergleichbarer Größe. Mit dem erhitzten Dampf beider Kessel wurden zwei Turbinen des Typs TV-9 angetrieben. Jede Turbine dieses Typs hatte eine Leistung von 10.000 PS.

Besonders intensiv untersuchte man die möglichen Varianten der Bewaffnung des Projektes 50. In Erwägung gezogen wurde unter anderem der Ersatz der beiden Buggeschütze durch eine DoppelLafette 100 mm, konstruiert als geschlossener Geschützturm und 25 mm Automaten statt der 37 mm Geschütze. Alle Untersuchungen führten letztendlich zu einer Bewaffnung, die sich am Projekt 42 orientierte. Das Schiff erhielt 3 x 100 mm B-34-USMA und 4 x 37mm W-11M Geschütze, einen Zwillingstorpedosatz und Wasserbombenwerfer der Typen MBU-600 und BMB-1 sowie Minenschienen. Damit verringerte sich die Bewaffnung im Vergleich zum Vorgängertyp um 1 x 100 mm Geschütz sowie ein Torpedorohr, der Munitionsvorrat war um 15 % geringer als auf dem Projekt 42. Verbessert wurde die UAW-Bewaffnung durch den Einsatz des MBU-600 statt des MBU-200. Wirklich neu und erstmalig in der sowjetischen Flotte war die automatisierte Übermittlung der Schusswerte zum Ziel vom Feuerleitstand, über ein Rechengerät bis an die Geschütze des Hauptkalibers. Im stabilisierten Feuerleitstand befanden sich die E-Mess-Basis und alle notwendigen Geräte zur Feuerleitung. Gleichzeitig war dieser Stand Antennenträger für die Antenne der FunkmessFeuerleitstation vom Typ Jakor-2. Die für das Schießen mit den 100 mm Geschützen notwendigen Daten wurden unter Berücksichtigung vieler Faktoren in einer elektro-mechanischen Rechenstelle erarbeitet und an die Geschütze weitergeleitet. Das Richten der Geschütze erfolgte automatisch oder von Hand Der Munitionsvorrat betrug je Geschütz 210 Granaten. Für die 37 mm Flak wurden 4.000 Schuss vorgehalten. Mit den Torpedorohren konnten geradeaus laufende Dampfgastorpedos vom Typ 53 verschossen werden.

Beachtlich für diese Zeit war die recht umfangreiche Ausrüstung des Projektes 50 mit FunkmessTechnik und mit Mitteln des funkelektronischen Kampfes. Zur Ortung von Überwasser- und tieffliegenden Luftzielen erhielt das Projekt die Funkmess -Station Gys 1M4. Eine weitere Station vom Typ Lin diente zur Seeraumbeobachtung und zur Unterstützung der Navigation. Die Antennen beider Stationen hatten ihren Platz im Topp. Wenn ich mich recht entsinne, hatten die Schiffe vor der Modernisierung zur Freund-Feind-Kennung ein Gerät vom Typ Fakel – der Artikel von M. Atrina macht dazu keine Angaben. Zur Feuerleitung wurde die Station Jakor-2 eingesetzt. Diese hatte eine theoretische Reichweite gegen Überwasserzielen von 180 kbl und gegen Luftziele von 165 kbl. Die Reichweite der 100 mm Geschütze betrug 124 kbl. Zur Aufklärung gegnerischer Funkmess-Stationen diente die Anlage Bisan-4. Die Anlage verfügte über je einen Antennenblock mit unterschiedlichen Antennen für die verschiedenen Wellenlängen an der Bb.- und Stb.- Seite des Mastes.

Während das Projekt 42 noch eine hydroakustische Station vom Typ Tamir erhielt, wir kennen diese Anlage noch von den KS-Booten, wurde das neue Projekt mit der wesentlich moderneren Anlage Pegas-2 ausgerüstet. Damit war es möglich, bis zu einer Geschwindigkeit von 20 kn U-Boote auf Periskoptiefe bis zu einer Entfernung von 14 kbl zu orten. Die Quantität der Anlagen sagt nichts über deren Qualität aus. Die Funkmess-Technik war zu dieser Zeit eine relativ junge Technik, die sich schnell weiterentwickelte, was sich in großen qualitativen Sprüngen ausdrückte. Dies bestätigt sich auch durch die baldige Umrüstung der gesamten Funkmessund hydroakustischen Technik auf allen Schiffen des Projektes 50.

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Die Konstruktionsunterlagen wurden durch das Büro ZKB-820 fristgerecht vorgelegt. Das Seekriegsministerium hatte nur wenige Einwände. Die vier Wabo-Werfer BMB-1 sollten durch vier Werfer BMB-2 ersetzt werden. Kritisiert wurde der Zwillingsrohrsatz, der, statt des in der sowjetischen Flotte traditionell genutzten Drillingstorpedorohrsatzes, für das Projekt 50 vorgesehen war. Mit der Bestätigung des Projektes erging die Forderung nach der Entwicklung eines Drillingsrohrsatzen für das Projekt und die Ausrüstung aller Schiffe mit diesem Rohrsatz. In der Abbildung der Draufsicht des Prototyps des Projektes bei Atrina ist auch dieser Drillingssatz dargestellt. Ich persönlich habe nie ein KSS mit diesem Drillingsrohrsatz gesehen.

Das Deplacement wurde in der Typskizze mit 1.059 t berechnet. Es erhöhte sich im technischen Projekt auf 1.068 t. Da 1.200 t vorgegeben waren, nutzte man die restlichen t zur Erhöhung des Treibstoffvorrates und erreichte somit eine Reichweite des Schiffes von ca. 2.000 sm

Nachdem theoretisch alle Probleme des Projektes gelöst waren, wurde das Typschiff, die „Hermelin“, im Dezember 1951 in der Werft 445 in Nikolajew auf Kiel gelegt. Sieben Monate später lief das Schiff von Stapel. Nach der endgültigen Fertigstellung folgte eine lange Phase der Erprobung. Im Resultat der Erprobung wurde Festigkeit und die Seetüchtigkeit des Schiffes als zufriedenstellend eingeschätzt. Die Vibrationen entsprachen während alle Fahrstufen den damaligen Normen. Das Schiff erreichte bei normaler Verdrängung von 1.134 t und bei einer Schraubenumdrehung von 386 U/min eine Geschwindigkeit von 29,5 kn. Die Indienststellung bei der Flotte erfolgte erst im Juli 1954.

Bereits beim Projekt 42 gab es Probleme mit der Erosion an den Schrauben. Obwohl der Schraubendurchmesser im neuen Projekt deutlich vergrößert wurde und somit die Drehzahl der Schrauben verringert werden konnte, war es nicht gelungen, dieses Problem grundsätzlich zu lösen.Positiv wirkten sich die größeren Schrauben in Verbindung mit den zwei Ruderblättern auf die Kursstabilität des Schiffes aus. Sie wurde mit sehr gut eingeschätzt. Des Weiteren wurde bei der Seeerprobung festgestellt, dass bis See 4 der Einsatz der Waffen und der Technik bei allen Fahrstufen unbegrenzt möglich war. Ab See 6 ist nur noch eine Geschwindigkeit bis 23 kn sinnvoll. Der Einsatz der Hauptbewaffnung ist ab diesem Seegang nur noch bis zu einer Geschwindigkeit von 16 kn möglich. Unmöglich wird ab See 6 der Einsatz der Torpedo-, der UAW – und der Minenbewaffnung.

Wie bereits erwähnt, erfolgte der Antrieb des Schiffes über Turbinen vom Typ TV-9. Während der Seeerprobung zeigte sich, dass bei hohen Drehzahlen, unabhängig von der Drehrichtung, starke Resonanzschwingungen auftraten, die im Extremfall zum Abriss von Turbinenschaufeln führten. Aufgrund dieser Tatsache wurde zeitweilig die maximale Geschwindigkeit der Schiffe auf 25 kn begrenzt. Der Einsatz einer Expertenkommission unter Leitung von Prof. Grinberg und die Forderungen an den Hersteller der Turbinen nach konstruktiven Veränderungen sowie einer höheren Qualität des Produktes brachten in der Endkonsequenz keine messbaren Erfolge. Die Begrenzung der Geschwindigkeit wurde 1955 aufgehoben.

In der Literatur wird die Stärke der Besatzung sehr unterschiedlich angegeben. Die niedrigste Zahl fand ich in der KSS-Broschüre Nr. 1 mit 147 Mann, für die finnischen KSS werden 150 Mann angegeben und Atrina nennt 168 Mann, davon 11 Offiziere. Auch nach 50 Jahren hat sich bei mir die Zahl von 182 Mann ins Gehirn eingegraben. Ich bin mir sicher, diese Zahl als Sollzahl mehrere hundert Mal in das Schiffstagebuch eingetragen zu haben. Von den 182 Mann waren mindestens 12 Offiziere. Waren Feldscher und FDJ-Sekretär an Bord, erhöhte sich diese Zahl auf 14. Ab 1961 fiel die Stelle des FTO weg, seine Aufgaben übernahm der Kmdr. GA IV.

Im Verlauf der Seeerprobung wurden sicher tausende Daten erfasst und mindestens ein paar hundert Feststellungen getroffen. Ich vermisse dabei aber die Bemerkung, dass es sich bei diesem Projekt auch bei der optischen Ansicht um schöne Schiffe handelt, deshalb sei diese Bewertung hinzu gefügt.

Parallel zur Seeerprobung der „Hermelin“, begann der Bau weiterer Schiffe des Projekts 50.Insgesamt wurden bis 1958 von diesem Typ 68 Schiffe gebaut. Sie entstanden auf den Werften in Nikolaew (20 Einheiten), in Kaliningrad (41 Einheiten) und in Komsomolsk am Amur (7 Einheiten). Der Bau dieser Serie war das größte KSS-Schiffbauprogramm und insgesamt das zweitgrößte nach dem Zerstörerprojekt 30 (70 Einheiten) in der sowjetischen Flotte bezogen auf die Anzahl der Schiffe mit einer Wasserverdrängung größer 1.000 t.

Schon unmittelbar nach der Fertigstellung des letzten Schiffs dieser Serie begannen Modernisierungsarbeiten auf den Schiffen. Als Erstes wurden die gesamte Funkmesstechnik und die hydroakustische Station grundlegend modernisiert. Ersetzt wurden die Stationen:

  • Gys durch Fut-N
  • Jakor-2 durch Jakor-M2
  • Lin durch Don oder Neptun 2
  • Pegas-2 durch Pegas-2M oder Pegas-3M
  • Fakel–M (?) durch Nickel-K und Chrom-K

Da für die relativ große, stabilisierte Paraboloid-Antenne der See- und Luftraumbeobachtungsstation Fut-N auf dem bisherigen Mast kein äquivalenter Platz vorhanden war (die Gys hatte lediglich eine doppelstöckige Dipolantenne), erhielten alle Schiffe einen kompakten Gittermast. Die Antennen von Fut-N und Don/Neptun 2 fanden ihren Platz auf einer Plattform am Ende des eigentlichen Gittermastes. Die Antennen für Nickel-K befanden sich am Ende der Backbord- und SteuerbordRahen. Die Antenne des FFK-Antwort-Gerätes Chrom-K fand ihren Platz im Topp.

Um die U-Bootsabwehr-Komponente der Schiffe zu stärken, erfolgte später für alle im Bestand der sowjetischen Flotte verblieben Schiffe eine weitere Modernisierung. Die Schiffe erhielten einen Drillingsrohrsatz für das Schießen von zielsuchenden UAW-Torpedos, Wasserbombenwerfer vom Typ RBU-2500 sowie die hydroakustische Station Pegas-3M. Nach dieser Modernisierung erhielten die Schiffe die Bezeichnung CKR-PLO.

Wie schon angedeutet, verblieben nur 51 Schiffe des Projekts 50 im Bestand der Sowjetflotte. Die restlichen 17 Schiffe wurden an ausländische Flotten verkauft. So kauften Indonesien acht Schiffe, die DDR vier Schiffe, die VR Bulgarien drei Schiffe und Finnland zwei Schiffe. Zur Erfüllung von Gefechtsaufgaben wurden vier sowjetische CKR des Projekts 50  in den 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts zeitweilig in den Flotten Ägyptens und Syriens eingesetzt. Die Baudaten der vier Schiffe, die die DDR für ca. 100 Millionen Mark kaufte, kann man in der KSS-Broschüre Nr. 6, Anlage 2 nachlesen.

Die Chinesen bauten für ihre Flotte auf sowjetischer Lizenz weitere vier Schiffe des Projektes. Später sollen noch einmal fünf Schiffe gebaut worden sein, die mit Schiff- Schiff-Raketen bewaffnet und von den Chinesen als Fregatte klassifiziert wurden. Diese Schiffe sollen noch in der Flotte der VR China als Schulschiffe genutzt werden. In meinen Unterlagen fand ich dafür keine Bestätigung.

Die Schiffe des Projektes 50 versahen über viele Jahre ihren Dienst in Flotten von sechs Staaten (mit Ägypten und Syrien werden es acht Staaten) auf den Meeren dieser Welt. Oftmals erfolgte ihr Einsatz unter komplizierten militärischen, klimatischen und nautischen Bedingungen. Sie erwiesen sich stets als zuverlässig und seetüchtig und waren universell einsetzbar.

Die letzten der 68 Schiffe, die auf sowjetischen Werften gebaut wurden, beendeten ihren Dienst in den Flotten in den Jahren 1990/1991. Sie wurden abgewrackt und verschrottet oder dienten als Ziel für andere Einheiten, so wie unsere „Friedrich Engels“, die noch viele Jahre unweit des Peenemünder Hakens als Ziel für die Jagdgeschwader der DDR-Luftstreitkräfte diente. Die Volksmarine der DDR stellte bereits am 31.08.1977 als letztes ihrer vier Schiffe des Projektes 50, die „Ernst Thälmann“ nach mehr als 20 Dienstjahren in der VM und 24 Jahre nach ihrem Stapellauf außer Dienst. Wenn auch die Schiffe des Projektes 50 substantiell nicht mehr existieren, so leben sie doch im Herzen tausender Seeleute, die auf diesen Schiffen dienten, weiter. Veröffentlichungen aller Art werden auch noch in vielen Jahren Tatsachen, Legenden und Mythen über diese Schiffe verbreiten und die Erinnerung an Schiffe und Besatzungen wach halten.

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