Ereignistafel von 1960 bis 1969

Jahr/Monat/Datum Ereignis
1960
Jan. 01. Auf Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Willi Stoph
Stoph, wurde die KSS-Brigade (KSSBr) aufgestellt. Der Chef der KSSBr
untersteht zeitweise direkt dem Chef der SSK. Mit Brigadebildung ändern sich erneut die Bordnummern: 50/1 behält Bordnummer 401, 50/2 erhält 601, 50/3
die Nummer 502 und 50/4 die Nummer 702.
Mai 17.-19. Teilnahme des Stabes der KSSBr an einer gemeinsamen Nachrichten-Übung
der Verbündeten Ostseeflotten (VOF) des Warschauer Vertrages
Juni 25.-28. Die KSS „Karl Liebknecht” und „Friedrich Engels” nehmen anläßlich der
„Woche des Meeres“ an einer Flottenparade in der VR Polen teil. Der Besuch
wird von Konteradmiral Ehm geleitet.
Aug. 23.-26. Zweiseitige, zweistufige Kommandostabsübung der Verbände der SSK mit
Nachrichtenmitteln unter Teilnahme des Stabes der KSSBr
Aug. – Sept. 28.-10. KSS „Karl Liebknecht“ ist zur Aufklärung des Manövers „Wallenstein II“ eingesetzt. Dazu hatte das Schiff in Erwartung der in die Ostsee einlaufenden
Manöverteilnehmer vorher mehrere Tage vor Kühlungsborn in Bereitschaft
gelegen.
13.-23. Flottenübung der SSK der DDR unter Teilnahme der KSSBr
25. KSS „Karl Liebknecht“ schießt vor Warnemünde Salut beim Empfang eines
polnischen Flottenbesuchs-Verbandes
Okt. 07. Auf Beschluss des Ministerrates der DDR wird der KSSBr die Truppenfahne
verliehen.
Nov. 04. Teilnahme von 3 KSS (Schiff „Karl Marx“ in der Werft) an einer Flottenparade
im Greifswalder Bodden anlässlich der Namensverleihung „Volksmarine” an
die Seestreitkräfte der DDR durch den Minister für Nationale Verteidigung,
Generaloberst Heinz Hoffmann. Das Flaggschiff des Verbandes ist das KSS
„Ernst Thälmann“. KSS „Friedrich Engels“ schießt Ehrensalut.
22.-25. Ein verkürzter Stab der KSSBr. nimmt an einer Kommandostabsübung der
Verbündeten Ostseeflotten teil.
Dez. 01. Die KSSBr wird im täglichen Dienst der 1. Flottille unterstellt. Operative
Einsätze und Fahrten außerhalb der Verantwortungszone der Volksmarine
werden weiterhin vom Kommando der VM geführt.
1961
Jan. 16. Verleihung der Ehrennamen an die vier KSS in Saßnitz bei Anwesenheit von
Rosa Thälmann, der Witwe Ernst Thälmanns:
50/1: Bord – Nr. 401: „Ernst Thälmann“; 50/2: Bord – Nr. 601: „Karl Marx“
50/3: Bord – Nr. 502: „Karl Liebknecht“; 50/4: Bord – Nr. 702: „Friedrich
Engels“. Da sich das KSS „Karl Liebknecht“ seit Anfang Januar in der Werft
befindet, nimmt dessen Kommandant, Kapitänleutnant Wittrien, das
Namensschild in Saßnitz in Empfang.
Febr. 19. Bei der Überfahrt von Saßnitz zur Neptunwerft in Rostock kollidiert das KSS
„Karl Marx“ im dichten Nebel mit dem norwegischen Tanker „Viebran“. Der
Wachoffizier des Schiffes hatte kurzzeitig die Brücke verlassen, um persönlich
den Kommandanten über die Wetterverschlechterung zu informieren. In
diesem Moment tauchten die Lichter des norwegischen Tankers auf.
Rätselhaft blieb, warum der Kollisionsgegner nicht auf dem Bildschirm der
Station „Don“ ausgemacht wurde.
21. Überprüfung der Gefechtsbereitschaft der KSSBr. durch das KVM
Mai 23.-30. 2 KSS nehmen als darstellende Kräfte an einer gemeinsamen KommandoStabsübung der VOF teil.
Juli 10. Truppenbesuch des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR Walter Ulbricht.
Von Bord des KSS „Friedrich Engels“ aus verfolgen er und seine Begleitung
Vorführungen von Einheiten der Volksmarine in See und überzeugen sich
vom Niveau der Kampf- und Gefechtsbereitschaft der Einheiten.
20.-24. Die „Friedrich Engels“ als Flaggschiff und drei MLR sind Teilnehmer eines
offiziellen Flottenbesuches in Gdynia, der unter Leitung von Kapitän zur See
Streubel steht.
Juli/August KSS nehmen an einer Flottenübung der VM und mit zwei Schiffen an einer
gemeinsamen Reedeübung der verbündeten Ostseeflotten teil. Während der
Manöver läuft KSS „Ernst Thälmann“ mit hochrangigen Militärs in Baltijsk ein.
Hier rettet der Artilleriegast Stabsmatrose Fritz Butter einen Jungen vor dem
Ertrinken. Er wird vom Minister für Nationale Verteidigung der DDR mit der
„Verdienstmedaille der NVA“ in Bronze ausgezeichnet. Das KSS verbleibt bis
zum Rücktransport der Militärdelegation in Baltijsk.
13. Während der Veränderung des Grenzregimes der DDR zur Bundesrepublik
Deutschland und zu Westberlin („Mauerbau“) sind die KSS als Reserve des
CVM vorgesehen. Vermutlich zur Aufklärung handelt KSS „Friedrich Engels“
am 15. und 16.08. im Arkonabecken.
Sept. –
Okt.
28. –
10.
Operativ-strategische Übung der Vereinten Streitkräfte
Nov. Der GA IV des KSS „Karl Marx“ wird als „Bester Gefechtsabschnitt“ der
Volksmarine ausgezeichnet.
Dez. Überfahrt der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ zur Modernisierung
nach Kronstadt
31. Mit Ministerbefehl wird die KSSBr in eine selbständige KSS-Abteilung
(SKSSA) umgewandelt und der 1. Flottille unterstellt.
1962
Jan.-Dez. Werftliegezeit der „Ernst Thälmann“ und der „Karl Marx“ in Kronstadt. Die
Schiffe erhalten den neuen Gittermast. Modernisiert wird die Ortungstechnik
und die UAW-Bewaffnung.
Febr. 04.-10. Die „Karl Liebknecht“ und die „Friedrich Engels“ nehmen zusammen mit
sowjetischen und polnischen Einheiten an einer gemeinsamen Reedeübung
teil.
Aug. 22.-28. KSS „Karl Liebknecht“ als Flaggschiff und drei MLR Typ Krake sind
Teilnehmer des ersten offiziellen Flottenbesuches der Volksmarine in der
UdSSR (Leningrad). Der Verband wird von Konteradmiral Neukirchen geleitet.
Sept.-
Okt.
24. –
06.
Flottenübung der Volksmarine in der westl. Ostsee und gemeinsame Übung
„Baltyk-Odra“ vor der Küste der VR Polen. An beiden Übungen sind KSS
beteiligt. Zusätzlich erfüllt KSS „Friedrich Engels“ eine sicherstellende
Aufgabe in Szczecin.
Okt. 18. Die „Karl Liebknecht“ schießt auf Reede Warnemünde Salut beim Empfang
eines Besuchsverbandes der BF.
Okt.-
Nov.
23.-
21.
Während der Kuba-Krise ist die SKSSA in Voller, später in Erhöhter
Gefechtsbereitschaft. Zeitweilig liegen die KSS „Karl Liebknecht“ und
„Friedrich Engels“ mit aufgestiegenem Abteilungsstab in 30-MinutenBereitschaft in der Tromper Wiek.
Nov. Zur Auswertung des Ausbildungsjahres 1962 wird die „Karl Liebknecht“ durch
den Minister für Nationale Verteidigung als „Bestes Schiff“ der Volksmarine
und mit der Verdienstmedaille der NVA in Silber ausgezeichnet.
Dez. 01. Die Kampfschiffe der Volksmarine erhielten eine neue Nummerierung nach
Typkräften. Ab diesem Zeitpunkt führten die KSS immer mit 100 beginnende
Nummern: 50/1 – „Ernst Thälmann“ Bordnummer 101; 50/2 – „Karl Marx“
Bordnummer 102; 50/3 – „Karl Liebknecht“ Bordnummer 103; 50/4 – „Friedrich
Engels“ Bordnummer 104.
1963
Febr.-Dez. Modernisierung der „Karl Liebknecht“ und der „Friedrich Engels“ in Kronstadt.
Die Modernisierung betrifft vorrangig die Ortungstechnik und die UAWBewaffnung.
Mai 02. Mit der erneuten Formierung einer 6. Flottille als Verband der Stoßkräfte wird
die SKSSA dieser Flottille unterstellt. Am Gründungsappell nehmen auch die
beiden modernisierten KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ teil.
Juni 01.-05. Navigationsbelehrungsfahrt der „Ernst Thälmann“ und der „Karl Marx“
über Pfingsten. Die Route führt durch den Öresund entlang der
schwedischen und norwegischen Küste bis Kap Lindesnaes und weiter
mit Südkurs die dänische Küste entlang bis zum Feuerschiff Esbjerg.
Nach Versorgung in der Jammerbucht erfolgt der Rückmarsch durch den
Großen Belt.
Aug. 10.-16. Teilnahme der Schiffe „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ an der gemeinsamen
Übung „Flut-63“ in der VR Polen
1964
März 23.-26. Die KSS „Karl Liebknecht“ und „Friedrich Engels“ sind als darstellende Kräfte
an einer gemeinsamen Stabsübung mit Nachrichtenmitteln beteiligt.
Mai 12. Teilnahme eines KSS an einer Stabsübung der Volksmarine mit
Nachrichtenmitteln
25.-30. KSS „Karl Liebknecht“ und „Friedrich Engels“ nehmen an einer gemeinsamen
Reedeübung von Kräften der BF, PSKF und VM teil.
Juni Teilnahme der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ an den Feierlichkeiten
zur „Woche des Meeres“ der PSKF
11.-14. Aufklärungsfahrt der „Karl Liebknecht“ in das Skagerrak
Juli 25. Eine Jugenddelegation der Ungarischen Volksarmee weilt zu Besuch auf dem
KSS „Friedrich Engels“
Sept. 07.-12. Teilnahme der SKSSA an der Flottenübung „Woge“ der VM
Okt. 07. Teilnahme von KSS an der einlaufenden Flottenparade zum 15. Jahrestag
der DDR in Rostock-Warnemünde. Das Schiff „Karl Marx“ schießt Ehrensalut.
17. Zum Abschluss des Ausbildungsjahres 1963/64 zeichnet der Minister für
Nationale Verteidigung das KSS „Karl Marx“ als „Bestes Schiff“ und mit der
Verdienstmedaille der NVA in Bronze aus. Die GA III und V des KSS „Ernst
Thälmann“ werden von ihm als „Beste Gefechtsabschnitte“ ausgezeichnet.
1965
Juni 02.-09. Aufklärungs- und Navigationsbelehrungsfahrt der „Karl Liebknecht“ und der
„Friedrich Engels“ entlang der norw. Küste bis zum 60. Breitenparallel und zur
englischen Küste über den Null-Meridian (Seegebiete: Nördl. Nordsee,
Ostküste England, Deutsche Bucht)
25.-29. Besuch der KSS „Karl Liebknecht“ und „Friedrich Engels“ zur „Woche des
Meeres“ in Gdynia. Dabei ist die „Karl Liebknecht“ Teilnehmer einer
gemeinsamen Flottenparade der VOF. Den Besuch leitet Vizeadmiral Ehm.
Juli 06. Walter Ulbricht (Staatsratsvorsitzender) und Willi Stoph (Ministerpräsident)
besuchen anlässlich der Ostseewoche die Volksmarine und fahren auf KSS
„Friedrich Engels“ von Rostock nach Saßnitz.
Aug. 26.-27. KSS sind als Zieldarstellung an einer taktischen Übung der Stoßkräfte der
VOF beteiligt.
Okt. 09. Der sowjetische Kosmonaut Oberst Pawel Beljajew ist Gast auf dem KSS
„Karl Marx“
Nov. 29. Verlegung der SKSSA von Saßnitz nach Warnemünde. Führungswechsel von
der 6. auf die 4. Flottille. Der Truppenteil wird nicht mehr als „selbständige“
sondern nur noch als KSSA geführt. Der Truppenteil-Status bleibt erhalten.
Die Bordnummern ändern sich wie folgt: 50/1 – „Ernst Thälmann“ Bordnummer
121; 50/2 – „Karl Marx“ Bordnummer 122; 50/3 – „Karl Liebknecht“
Bordnummer 123; 50/4 – „Friedrich Engels“ Bordnummer 124.
1966
Jan.
28. Beim Auslaufen aus dem Pinnegraben kollidiert das KSS „Karl Marx“ im
Warnemünder Seekanal mit einem Minol-Binnentanker und einer MotorKlappschute. Der Steven des KSS wird eingedrückt. Die Reparatur erfolgt
durch die Neptun-Werft im Stützpunkt Warnemünde
März 16.-18. Teilnahme von KSS als darstellende Kräfte an einer Stabsübung der VOF
Juni 15. In Begleitung von E. Honecker besichtigt eine ungarische Partei- und
Regierungsdelegation unter Leitung von Janos Kadar von KSS „Karl Marx“
aus Vorführungen der Volksmarine in See. Die „Karl Marx“ wird durch die
„Ernst Thälmann“ begleitet.
Juli 21.-27. Teilnahme von KSS an der gemeinsamen Übung „Baikal“. Aufgaben sind die
Sicherung eines Landungsgeleites und die Bekämpfung von Landzielen
August Navigationsbelehrungsfahrt der KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ in die
Nordsee. Das Überschreiten des Nullmeridians wird mit einer zünftigen
Meridiantaufe begangen.
1967
Aug.
09. In seiner Funktion als Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates beobachtet
E. Honecker vom KSS „Friedrich Engels“ aus Vorführungen der VM in See.
15.-25. Teilnahme von KSS an der Flottenübung „Taifun“ der Volksmarine
Okt. 17.-18. Die KSS werden zu spät von einem U-Jagd-Abschnitt abgerufen und
beweisen ihre seemännische Meisterschaft während des bis dahin stärksten
Orkans in der Ostsee seit 1801.
20. Anläßlich des 50. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution
beteiligen sich die KSS „Karl Marx“ und „Karl Liebknecht“ an einer FlottenParade in Leningrad.
29. Auslaufende Parade im Seekanal von Warnemünde zum 50. Jahrestag der
Oktoberrevolution zusammen mit Einheiten der Baltischen RotbannerFlotte. Flaggschiff ist das KSS „Karl Liebknecht“, das in Höhe Passagierkai
in Warnemünde im Seekanal zwischen Tonnen vertäut ist. Heftiger Wind aus
West droht das Schiff in die Fahrrinne zu drücken. Mit Schlepperhilfe und
Zusatzleinen bis zur Pier kann die Position gehalten werden.
1968
April 15.-24. Teilnahme des Stabes der KSSA an der Kommandostabsübung „Rügen“
Juni-
Juli
30.-
06.
KSS „Karl Marx“ überführt eine Arbeitsgruppe des Kommandos der VM unter
Leitung des Chefs des Stabes, Konteradmiral Streubel, nach Baltijsk. Aufgabe
der Gruppe: Vorbereitung des Manövers „Sewer“
Juli 11.-19. Teilnahme der KSSA als darstellende Kräfte an der Kommandostabsübung
„Sewer“ des Warschauer Vertrages
Aug.-
Sept.
21.-
26.
Im Zusammenhang mit dem Einmarsch von Truppen des Warschauer
Vertrages in der CSSR handelt die KSSA unter Bedingungen Erhöhter
Gefechtsbereitschaft.
Sept. Letzte gemeinsame Seeausbildung aller 4 KSS Pr. 50
Okt. 01. KSS „Karl Liebknecht” (123) wird außer Dienst gestellt. Die Bord-Nr. 123
übernimmt die „Friedrich Engels“ (vorher 124)
Nov. 03. Die KSS „Ernst Thälmann“ und „Karl Marx“ sind Teilnehmer einer stehenden
Flottenparade aus Anlass des 50. Jahrestages der Novemberrevolution.
1969
Juni 17.-27. In der 4. Flottille erfolgt eine Inspektion durch das Ministerium für Nationale
Verteidigung. Dabei wird auch die KSSA überprüft.
Juli 06. Während der Ostseewoche besucht Janos Kadar (1. Sekretär der
ungarischen KP) die Volksmarine und weilt auch an Bord des KSS „Ernst
Thälmann“.
14.-18. Zwei KSS nehmen als darstellende Kräfte an der Kommandostabsübung
„Triton“ teil, die der Vorbereitung des Manövers „Oder-Neiße“ dient
Sept. 21.-27. Die KSS „Ernst Thälmann“ und „Friedrich Engels“ nehmen am Manöver des
Warschauer Vertrages „Oder-Neiße” teil.
Okt. 04.-08. KSS „Friedrich Engels“ ist Flaggschiff der stehenden Parade im Stadthafen
Rostock aus Anlaß des 20. Jahrestages der Gründung der DDR. Die
Vorführungen der Parade finden dabei bereits am 04.10. statt.
10. KSS „Friedrich Engels“ wird unmittelbar nach der Flottenparade außer Dienst
gestellt. Danach wurden auf dem Schiff noch 1969 viele Szenen des DEFAFilmes „Rottenknechte“ gedreht. Dazu wurden an Bord im Stützpunkt
Warnemünde durch Werftpersonal kleinere Umbauten vorgenommen und
Besatzungsmitglieder als Kleindarsteller und Statisten eingesetzt.

1956 bis 1959 1970 bis 1979

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